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Gründungsversammlung Netzwerk "Sport Inklusion"

By Knud Kasten on 04.05.2017

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Kieler Nachrichten 02.03.2017:

 

Gemeinsam wollen sie etwas bewegen

Im Netzwerk „Sport & Inklusion“ kooperieren Sportvereine mit Organisationen

für Menschen mit Behinderung

 

Die Sportvereine entdecken, dass Behindertensport nicht nur in Sonderorganisationen läuft,

sondern mittendrin in ihren Vereinen.

 

Jürgen Weber,

SPD-Landtagsabgeordneter

Von Karen Schwenke

 

Kiel. Startschuss für eine neue Bewegung im Kieler Breitensport: Mit dem Ziel, gemeinsame sportliche Aktivitäten von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern, haben 13 Kieler Vereine und Organisationen am Mittwochabend das Netzwerk „Sport & Inklusion“

gegründet. „Wir werden versuchen, Dinge anzuschieben, die eine Organisation allein nicht auf die Beine stellen kann“, fasste Initiator Gerd Neuner, stellvertretender Vorsitzender des TuS Holtenau, das Anliegen zusammen.

 

In der Kooperation vernetzen sich neben Einrichtungen für Menschen mit Behinderung – wie der Stiftung Drachensee, dem Eiderheim, dem Kieler Fenster und dem Rehasportverein – auch fünf Breitensportvereine. SPD-Landtagsabgeordneter Jürgen Weber hält ihre Mitgliedschaft für besonders wichtig:

„Die traditionellen Sportvereine entdecken jetzt, dass Behindertensport nicht nur in Sonderorganisationen laufen muss, sondern mittendrin in ihren Vereinen.“

Und Gerd Neuner hofft darauf, demnächst noch weitere Sportvereine aus allen Kieler Stadtteilen in dem Netzwerk aufzunehmen.

 

Wie gut sich der Sport eigne, um Teilhabe zu ermöglichen, stellte der Vorsitzende der Sportjugend Schleswig-Holstein, Matthias Hansen, heraus: „Wir müssen nicht lange über Inklusion reden, sondern im Sport kann man einfach loslegen.“

Ganz so einfach aber ist das aus Sicht der Sportvereine nicht. Holger Schwarzenberg, Vorsitzender des TuS Holtenau, räumte ein: Breiten- und Behindertensport zusammenzufassen, das sei leicht gesagt, aber nicht schnell umgesetzt. Man müsse mit barrierefreien Sportstätten zunächst die Infrastruktur schaffen und dann die Trainer speziell ausbilden. In seinem Verein habe man für beides die Voraussetzungen geschaffen. „Der nächste Schritt ist nun, die Teilnehmer mit Behinderung in die Sportvereine zu bekommen.“

Das aber gelinge bisher kaum. Über diese Schwierigkeit klagen auch die Vertreter des Luftsportvereins, der SV Friedrichsort und des Kanu Klubs. Sie alle erhoffen sich nun, mit Hilfe des Netzwerkes die neue Zielgruppe für ihre Angebote zu gewinnen.

 

„Es gibt ein hohes Potenzial“, versichert Sönke Lintzen von der Stiftung Drachensee.

Viele Menschen aus seiner Einrichtung hätten Interesse daran, dort, wo sie leben, Sport zu treiben, also in den Stadtteilen. Auch Daniel Hoppmann vom Kieler Fenster berichtet von einem großen Interesse der Menschen mit psychischen Einschränkungen, außerhalb der Einrichtung ihre Freizeit zu verbringen. Allerdings hätten sie Ängste, nicht der Norm zu entsprechen. „Das sind Barrieren in den Köpfen. Sie lassen sich aber durch Begegnung abbauen.“

 

Florian Hebbel, der seit einem Unfall vor 13 Jahren im Rollstuhl sitzt und im TuS H/Mettenhof Rolli-Basketball spielt, schilderte, dass für einige seiner Sportfreunde „der Tag in der Woche, an dem sie Sport treiben, derjenige ist, an dem sie am meisten Spaß haben, weil sie rauskommen und etwas anderes machen“. Für ihn steht aber fest, dass Inklusionssport ohne finanzielle Unterstützung nicht zu haben sei: „Wir müssen uns den Luxus von Barrierefreiheit leisten können.“

 

Die Stadt Kiel ist finanziell schon mit im Boot, sie fördert die Kooperation mit fast 12 000 Euro. Erst im Februar hatte die Ratsversammlung der Austragung der nationalen Special Olympics 2018 in Kiel zugestimmt. Neuner bezeichnet diese Großveranstaltung als „Lackmustest für das neue Netzwerk“: „Wir wollen zeigen, dass wir in der Lage sind, Großveranstaltungen gemeinsam zu meistern.“

 

Zu den Special Olympics erwartet die Stadt 4000 Sportler plus Betreuer. Wie Sportamtsleiter Ralf Hegedüs berichtet, haben einige von ihnen bereits angefragt, ob es in Turnhallen Übernachtungsmöglichkeiten gebe. „Die Unterkunftskapazitäten in der Stadt werden gerade so ausreichen“, schätzt Hegedüs und kündigte „eine Veranstaltung zum Üben“ an:

Im Rahmen der Kieler Woche sei für den 17. Juni im Sport- und Begegnungspark Gaarden ein inklusives Sportfest geplant – und viele Kooperateure des Netzwerkes werden bereits dabei sein.

 

Quelle: http://epaper.kieler-nachrichten.de/

 

 

 

 

 

 

01.03.2017: Gründungsversammlung Netzwerk „Sport Inklusion“

Gemeinsam Projekte realisieren, die ein Sportverein allein nicht verwirklichen kann.

Am 01.03.2017 trafen sich im Kieler Kanu Klub 13 Vereine und Organisationen, um den Gründungsstartschuss zur Gründung des Intus Breitensportnetzwerkes Sport & Inklusion“ zu geben. Mit dieser Gründungsversammlung bekennen sich die Netzwerkvereine und -organisationen für Menschen mit Behinderung zu einer strategischen Zusammenarbeit auf der Basis eines Kooperationsvertrages. SPD MdL. Jürgen Weber: „Den kooperierenden Sportvereinen ist klar, dass Behindertensport nicht nur in Sonderorganisationen läuft, sondern mittendrin in ihren Vereinen.“

Das gemeinsame Ziel ist, sportliche Aktivitäten von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern. „Wir werden versuchen, Dinge anzuschieben, die eine Organisation allein nicht auf die Beine stellen kann“, fasste Initiator Gerd Neuner, stellvertretender Vorsitzender des TuS Holtenau, das Anliegen zusammen. In der Kooperation vernetzen sich neben Einrichtungen für Menschen mit Behinderung (wie der Stiftung Drachensee, dem Eiderheim, dem Kieler Fenster und dem Rehasportverein) auch fünf Breitensportvereine. Und Gerd Neuner hofft auf Beitritt weiterer Sportvereine aus allen Kieler Stadtteilen. Teilhabe zu ermöglichen? Dazu eigne sich der Sport, stellte der Vorsitzende der Sportjugend Schleswig-Holstein, Matthias Hansen, heraus: „Wir müssen nicht lange über Inklusion reden, sondern im Sport kann man einfach loslegen.“ Trotz guter Vorsätze, Hindernisse gibt es genug. Holger Schwarzenberg, Vorsitzender des TuS Holtenau, hebt hervor: Breiten- und Behindertensport zusammenzufassen, das sei leicht gesagt, aber nicht schnell umgesetzt. Die Infrastruktur mit barrierefreien Sportstätten (einschließlich der TrainerInnen-/ÜbungsleiterInnenqualifikation) müsse auf die Agenda. „Der nächste Schritt ist nun, die Teilnehmer mit Behinderung in die Sportvereine zu bekommen.“ Das aber gelinge bisher kaum und ist sehr schwierig, beklagen die Vertreter der Breitensportvereine. Das Netzwerk könnte helfen, die Knoten zu lösen, um stadtteilbezogen die neue Zielgruppe zu gewinnen. „Es gibt ein hohes Potenzial“, versichert Sönke Lintzen von der Stiftung Drachensee. Daniel Hoppmann vom Kieler Fenster bestätigt das große Interesse der Menschen mit psychischen Einschränkungen sich sportlich zu betätigen. Trotz alledem: Barrieren und Ängste sind vorhanden. „Das sind Barrieren in den Köpfen. Sie lassen sich aber durch Begegnung abbauen.“

 

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